Weltkulturerbe im tiefen Wald

Mittlerweile sind wir in Cerro Azul, im Nordosten Argentiniens. Die Fahrt von Goya war lang, was nicht zuletzt daran lag, dass unser Navi uns über Feldwege hergeführt hat. Nach der letzten sehr naturnahen Bleibe – mir sitzt der Schreck von den Fröschen im Klo noch immer in den Gliedern – freuen wir uns über eine schöne, saubere Ferienwohnung. Die Nacht ist erholsam und beim Frühstück beobachten wir die vielen Eidechsen hier. Voller Elan geht’s heute zum Rio Paraná, der hier die Grenze zu Paraguay bildet. Wir fahren nach Posadas, der einzigen Großstadt in der Region. Leider sind in der Mittagshitze selbst die Städte wie ausgestorben. Auf dem Kunsthandwerksmarkt stehen nur drei Buden, die Kirche ist geschlossen und das Museum nicht mehr am beschriebenen Ort. Ein bißchen geknickt ziehen wir weiter.

Unser nächstes Ziel sind die „Ruinas Jesuíticas“ in San Ignacio. Die Überreste des alten Jesuiten Ordens gehören zum Weltkulturerbe und lagen früher mitten im Regenwald. Auch heute beginnen die dichten Wälder gleich vor den Toren des kleinen Ortes. Wir sind beeindruckt und können uns kaum vorstellen, dass hier im 17. Jahrhundert mitten in der Natur solche gigantischen und doch filigranen Bauwerke entstanden sind. Die Ruinen sind gut erhalten und rekonstruiert, so dass das Leben der Ordensbrüder greifbar wird. In den frühen Abendstunden genießen wir es, zwischen den alten Mauern und hohen Bäumen zu spazieren. Als es zu dämmern beginnt, müssen wir leider gehen. Im Dunkeln geht’s wieder zurück nach Cerro Azul. Die Straßen mit ihren ausgeprägten Schlaglöchern, den vielen wilden Hunden und den Sportis, die hier auch nachts auf dem Standstreifen joggen, oder anderen gesundheitsfördernden Maßnahmen nachgehen, haben es in sich.

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