Über viele Brücken musst Du gehen

Vom Regenwald geht es zurück in ein höheres und trockeneres Gebiet, zum Vulkan Arenal. Die Strecke ins Zentrum Costa Ricas beansprucht wiedermal viel Zeit. Obwohl auf der Landstraßen theoretisch 90 kmh erlaubt sind, sind die meisten Teilabschnitte auf 60 oder sogar 40 kmh reduziert. So brauchen wir Zeit und Geduld. Stress mit der Polizei wollen wir auch hier nicht.

Abends erreichen wir La Fortuna und treffen uns mit Eder, unserem neuen Gastgeber, in einem Restaurant. Von ihm erfahren wir, was wir in der Umgebung machen können. Wir haben mittlerweile ja einige Reiseführer ausprobiert und sind generell recht ernüchtert. Da sind die Tipps der Einheimischen doch viel wertvoller. Unter Wanderwegen um den Vulkan, heißen Flüsse zum Baden und Hängebrücken durch den Wald entscheiden wir uns für die Hängebrücken. Gegen Mittag fahren wir zum Mistico Arenal Hanging Bridges Park. Auf dem Weg dorthin passieren wir große Hotelanlagen, Restaurants und Funparks. Abwechselnd werden Canopy, Paddeln, Reiten und Urwaldtouren angeboten. Hier boomt der Tourismus. Da stören auch die Gefahren nicht, die von einem aktiven Vulkan ausgehen. So liegt ein Hotel komplett in der Zone, die jederzeit von einem pyroklastischer Strom ausradiert werden könnte.

Wir fahren weiter zu den Hängebrücken. Über 3.5 Kilometern führen Pfade und Brücken durch den Regenwald. Nachdem jeder von uns 24 Dollar Eintritt am Eingang lässt – haben wir schon erwähnt, dass Costa Rica echt teuer ist? –  spazieren wir los. Die Wege sind schön angelegt. Es gibt kleinere Gärten, aber das größte Areal ist naturbelassen. Zwei Reisegruppen kommen mit einem Guide vorbei. Notgedrungen gehen wir ein Stück mit, da die engen Wege ein Überholen nicht immer ermöglichen. So profitieren wir kurz von dem geschulten Auge des Guides. Die kleine Giftschlange am Wegesrand hätten wir allein glatt übersehen. Bis auf ein paar Eidechsen und Brüllaffen in weiter Ferne bleibt dies das einzige Tiererlebnis im Park. Wie artenreich und bunt ging es dagegen doch auf Kens Farm zu. Hier genießen wir derweil die Ruhe, das Erlebnis über lange Hängebrücken zu schwanken und den Wald von ganz oben zu sehen. Wiedermal wurden wir vorher vor großen Besucherströmen gewarnt. Auf der zweiten Hälfte des Weges sind wir gar keinem anderen Besucher mehr begegnet. Am Ausgang des Parks erhaschen wir dann noch einen Blick auf den Vulkan Arenal, der anmutig und friedlich vor sich herdampft.

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