Unfreiwillige Abkühlung

Während wir noch frühstücken, kommt Nachbar Rambert vorbei. Auch er gehört zum Zusammenschluss von sieben Farmern mit insgesamt 600 Hektar Land, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, den örtlichen Regenwald zu schützen und wiederherzustellen. Rambert ist etwa 60 Jahre alt, kommt aus Österreich und ist ein Hippie, wie wir ihn uns schöner nicht hätten vorstellen können. Mit viel Humor erzählen er und Ken uns die abenteuerlichen Geschichten, die sie in den vergangenen Jahren mit Landbesetzern, Wilddieben und Holzklau erlebt haben. Bei allem Unterhaltungstalent der beiden wird klar, dass Idealismus und Geld allein nicht ausreichen, um so eine Idee umzusetzen.

Am Nachmittag machen wir uns auf, in den Mangroven an der Küste von Uva paddeln zu gehen. Von Beginn an liegt unser Kanu ziemlich tief im Wasser. Bei dem flachen Wasserstand zur Zeit ist das nicht sehr optimal. Wenig beeindruckt davon, ziehen wir los, und paddeln vorbei an alten Bäumen am Ufer und scheuen Schildkröten im Wasser immer tiefer in den Fluss hinein. Auf einer kleinen Insel machen wir halt und schauen, ob wir ein paar von den Brüllaffen, die wir von Zeit zu Zeit hören, auch sehen können. Auf dem Rückweg beeilen wir uns, da es schon spät ist und ziemlich schnell dunkel wird. Kurz nicht aufgepasst – und die Kurve zu schnell genommen, stoßen wir gegen einen Baum und kippen um. Während der Fluss die meiste Zeit kaum so viel Wasser hatte, um ihn problemlos mit dem Kanu zu passieren, haben wir nun eine Stelle erwischt, an der wir beide nicht stehen können. Nach dem ersten Schreck müssen wir erstmal Lachen. Nichtsdestotrotz ist unser Rucksack mit uns in Wasser gefallen. Damit haben auch unsere Handys einen Tauchgang gemacht. Die Kamera hatten wir zu Glück im Auto vergessen.

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