teures Pflaster

Heute beginnen wir die Erkundung der Stadt. Wir sind gut gerüstet mit einem digitalen Stadtplan, einem aufgeladenen Nahverkehrsticket und einer realen Flasche Wasser sowie Keksen. Buenos Aires stellt sich für uns als wild bebaute Stadt heraus. Was würden bloß unsere Stadtplaner dazu sagen? Große neue Bauten stehen neben kleinen zweistöcken alten Häusern nach französischem Stil. Wir wohnen in einem für diese Gegend typischen „Casa Chorizo“, frei übersetzt: Wursthaus. Sie sind sehr schmal, aber dafür nach hinten raus sehr lang gezogen, wie eine Wurst.

Bevor wir heute morgen richtig losziehen, kaufen wir beim Bäcker um die Ecke (Panderia) leckere kleine „Muttibrote“ ein. Los geht’s zu Fuß vorbei an belebten breiten Straßen, weiter durch enge Gassen und kleineren Parks. Im ersten Park überkommt uns schon der Hunger und wir packen unsere Brote aus. Ein wenig komme ich mir wie auf einer Klassenfahrt vor. Nachdem wir alles verzehrt haben geht es weiter durch typische Marktstraßen, welche links und rechts mit vielen Ständen die Gehwege einengen. Wir haben kaum eine Chance ungehindert daran vorbei zu kommen. Also geht es weiter mit der U-Bahn in die eigentliche kleine City der Hauptstadt – zum Plaza Mayo. Auf diesem ältesten Platz der Stadt finden sich auch die schönsten Gebäude. Die Banco de la Nación de Argentinia mit großen Säulen, die Cathedral Metropolitana und in der Mitte die Casa Rosada. Wir setzen uns auf eine Bank unter einer alten Palme und hören einer netten Reiseführerin zu. Wir erfahren, dass der linke Balkon der Casa Rosada Evita Perons Balkon war, das die Farbe Rosa des Hauses entweder den Parteien (Blau und Rot) zugeschrieben werden oder eben dem Blut der Rinder vom Nachbarmarkt. Niemand weiß es genau. Das hier oft demonstriert wird erfahren wir ebenso, wie auch, dass es oft erfolglos geschieht. Die Argentinier aber ihre Revolución lieben.

Wir verlassen den Ort und machen uns auf die Suche nach einem netten Café. Vorbei an belebten Einkaufstraßen mit Cambiar-Rufen (Geldwechsler), Stadtführungsangeboten und Schaustellern. Leider gibt es nur wenige Kaffeehäuser in der Innenstadt. Aber wir geben nicht auf. Als wir ein kleines nettes Lokal finden gehen wir hinein. Zum Glück sitzen wir, als uns die Karte gereicht wird. Buenos Aires stellt sich wirklich als eine der teuersten Städte der mindestens südlichen Hemisphäre heraus. Vier Euro für einen Café con Letche! Die Essenspreise verschweigen wir lieber. Mir kommen gerade wieder die Tränen. Vorbei ist es mit einem kleinen Imbiss in einem netten kleinen Lokal, wie wir es ab und zu in Südafrika genossen haben. Auch der Einkauf im Supermarkt ist nicht billig. Wir werden wohl auf die kleinen lokalen Anbieter wechseln müssen.

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