Mit Peter durch San José

Am gestrigen Sonntag haben wir beim Stadtspaziergang Peter kennengelernt. Peter ist ein Berliner Schriftsteller der vor ca. 20 Jahren in Costa Rica angekommen und geblieben ist. Schnell hat er uns mit seinen Geschichten in den Bann gezogen. Nach vielen Erzählungen von seinem Aufenthalt in Costa Rica, seiner indigenen Frau und den Kindern, seiner Schriftstellerlaufbahn, den Erfahrungen mit den einheimischen Malekus und seiner langjährigen Tätigkeit als Reiseleiter in Costa Rica war uns klar, wir wollen mit Peter gemeinsam die Stadt erkunden.

Um 10:00 Uhr treffen wir uns am Teatro Nacional de Costa Rica, der Stolz aller Ticas. Wir betreten gemeinsam den Vorraum des Theaters. Da Peter mittlerweile den dritten Infarkt hat, starten wir unseren Stadtrundgang ganz gelassen im wunderschöne Theatercafé. Wir hören von der Entstehung des Theaters, welches der Pariser Oper nachempfunden ist und vom wunderschönen Deckengemälde, welches wir leider nur auf einem 3 Collones-Schein sehen können, da heute das Theater geschlossen ist.

Weiter geht es zum Goldmuseum, welches gut geschützt unter dem Plaza de la Cultura liegt. Der Einlass in das hoch gesicherte Museo del Oro Precolombino geschieht wie am Flughafen. Peter erzählt uns alle Einzelheiten über die Geschichte der Ureinwohner von Costa Rica, deren Lebensweise und die Bedeutung des Goldes für die Menschen. Das Gold wurde auf zwei Arten bearbeitet, entweder als Guß in einer verlorenen Form oder es wurde gehämmert. Mit der verlorenen Form wurden zumeist die Tiere wie bspw. Habicht, Frosch, Kolibri und Flusskrebs hergestellt. Die Tierabbildungen haben bestimmte Bedeutungen wie Vermittlerfunktion oder Fruchtbarkeit. Auf einem Foto kann man den letzten Herrscher mit entsprechenden Amuletten sehen. Am Ende der Ausstellung waren wir in den Behausungen der Indios, haben über rätselhafte Granitkugeln gesprochen und über Bestattungsrituale philosophiert.

Der nächste Stopp unserer Stadttour ist die Plaza de la Democracia, auf der wir alles über das Parteiensystem, das Gesundheits- und Bildungswesen und die Abschaffung der Armee im Jahr 1949 erfahren. Im Parque Nacional werden wir über die Geschichte des Landes aufgeklärt. Wir erfahren vom Söldner William Walker, den Überfall auf Costa Rica und den Sieg über die Truppen durch den mutigen Nationalhelden Juan Santamaría, der betrunken eine Fackel ins Munitionslager der Feinde geworfen hat.

Am Ende besuchen wir noch den Mercado Central, einen überdachten Wochenmarkt mit Blumen, Obst- und Gemüse, Fleischwaren und allerlei anderer Angebote. In einem typischen Soda lassen wir uns nieder und essen Gallo Pinto, ein typisches Reisgericht mit Bohnen, Fisch und Sauerrahm.

Die ganze Stadttour hat dann doch acht Stunden gedauert. Erschöpft steigen wir ins Auto und müssen noch zu unserer nächsten Unterkunft. Spät Abends kommen wir dann auch auf dem Ökobauernhof an und fallen müde ins Bett.

 

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