Mit dem Radel durch die Tabakfelder

Nach einer guten Nacht und typisch kubanischem Frühstück – es ist in allen Casa Particulares gleich – gehen wir in die Stadt. Die Nachbarin hat uns erzählt, das zur Zeit Karneval in der Stadt ist. Am zentralen Platz angekommen, erleben geschäftiges Treiben. Leider hat der Karneval noch nicht begonnen, also schauen wir uns zuerst die Kirche an und besuchen eine Gallerie. Als wir wieder rauskommen, fällt uns der Fahrradverleih auf und wir hoffen, dass wir noch zwei Räder ergattern können. Nach kurzen Verhandlungen geht es los.

Zuerst wollen wir in die Cuevas. Auf der Landstraße ist es nicht ganz einfach voranzukommen. Unterschiedliche Gefährte wechseln sich ab. Zuerst rasen die Touribusse eng an uns vorbei. Die Oldtimer sind da schon gemächlicher und die Ochsen- und Pferdefuhrwerke überholen wir sogar. Auf der linken Seite eröffnet sich nach kurzer Zeit ein fantastischer Anblick auf tolle Bergformationen mit tiefen Höhlen. Es wirkt wie aus der Pixar-Werkstatt künstlich für den nächsten Trickfilm erzeugt. Am Eingang angekommen, empfängt uns der Barkeeper der Höhlenbar. Sein Tipp ist ein tropisches Getränk mit Honig und Früchten und – na klar – Rum aus einer großen Flasche. Den Anteil an Rum in unserem Getränk können wir selbst bestimmen, wie es uns schmeckt und wie wir wir ihn vertragen können. Im Höhlenmuseum angekommen, fällt Beate auf, dass hier viele Schlangen dargestellt sind. Und tatsächlich zischt nach kurzer Zeit eine Schlange am Höhlenausgang aus dem Gebüsch. Zum Glück nur ein Imitat der Folkloregruppe, die sofort mit Ihrem Programm startet. Die Touris werden erwartet. Im Restaurant sitzen die nächsten Reisegruppen.

Wir fahren weiter. Vorbei an Tabakplantagen, hohen Bergen und kleinen Dörfchen, fehlt mir leider der Blick für das Schöne, Oberschenkel und der Po sind das Radfahren gar nicht mehr gewohnt. So werden die letzten Kilometer anstrengend. Aber die Tabakfarm ist nicht weit und wir werden freundlich empfangen. Natürlich sind wir auch hier nicht allein und so sitzt eine kleine Gruppe bereits um den Farmer herum, der gerade erklärt und zeigt, wie eine gute Zigarre gedreht wird. Mir wird auch gleich eine Zigarre angeboten, die ich dankend annehme. Als die Reisegruppe verschwunden ist, haben wir Zeit mit dem Farmer zu sprechen. Wir erfahren, dass die Farm in der vierten Generation betrieben wird, sieben Mitarbeiter hier arbeiten und der Tabak nur einmal im Jahr angepflanzt wird. Bevor eine weitere Reisegruppe kommt verabschieden wir uns und fahren zurück zur Stadt. Unser Abendbrot warten nämlich schon. Heute gibt es Fisch.

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