Linsensuppeessen in Havanna

Heute müssen wir etwas früher aufstehen, da wir unser Visum in der Immigrationsbehörde verlängern lassen wollen. Nach kurzer Orientierung stehen wir am richtigen Schalter. Als wir an der Reihe sind, erklärt uns die Beamtin, dass wir zu früh dort sind. Da unsere Visa ja noch mehr als drei Wochen gelten, können sie noch nicht verlängert werden. Sie versichert uns, dass es vollkommen ausreicht, wenn wir zwei Tage vor Ablauf bis zwei Tage nach Ablauf wieder dort erscheinen. Ich kann kaum glauben, dass sie bei all dem Aufwand, den wir hatten, um ein Visum zu bekommen, gerade vorgeschlagen hat, uns zwei Tage illegal in Kuba aufzuhalten. Aber wir sehen ein, die Dame möchte sich heute einfach nicht mit unserem Visum auseinandersetzen. Also ziehen wir unverrichteter Dinge wieder ab.

Da es noch früh am Tage ist, sieht das Obst und Gemüse auf dem benachbarten Wochenmarkt besonders gut aus. Wir kaufen den Rest für die Linsensuppe und unser heutiges Frühstück ein. Nach dem Frühstück brechen wir nochmal in die Altstadt auf. Unser erstes Ziel ist das Automuseum, das es mittlerweile leider nicht mehr gibt. Gut, dann gehen wir eben ins Rum-Museum. Dort sind die Türen verschlossen, da die Armee die Räume ausräuchert, um gegen den Zika-Virus vorzugehen. Alle öffentlich zugänglichen Räume werden einmal pro Woche in ganz Kuba ausgegast. So richtig klappt es mit der Kultur heute nicht. In der Bar am Rum-Museum gibt es gerade eine Salsa-Show. Bei Mojito und Zigarre kann man das auch als Kulturprogramm durchgehen lassen. Klassisch geht’s mit einem Oldtimer zurück in die Casa und die Jungs kochen eine leckere Linsensuppe. Netty und ich sind heut für die Organisation der Getränke zuständig. Rum ist nie ein Problem aber Cola und andere Erfrischungsgetränke sind oft nur schwer zu ergattern.

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