Kutschfahrt durch Havanna

Wir stehen heute früh auf, denn wir wollen die Altstadt von Havanna erkunden. Nach einem guten Frühstück geht es auch gleich los, zu den Strandhotels, da wir dort auf ein Taxi hoffen. Am Hotel angekommen, spricht uns ein Kutscher an, der uns ruhig und günstig durch Havanna fahren will. Ich darf auch mit auf den Kutschbock sitzen. Wir gehen den Deal ein.

Es geht vorbei an den Attraktionen der Stadt, zum ehemaligen antiamerikanischen Platz, an dessen Kopfende sich jetzt lustigerweise die amerikanische Botschaft befindet. Nächster Stopp ist das Hotel Nacional de Habana. Der Kutscher begleitet uns durch das wunderschöne Hotel. Hier sind schon viele berühmte Menschen abgestiegen – alle Staatsbesucher und Udo Lindenberg. In dem Hotel verlocken schöne alte Bars, große Empfangshallen und Restaurants. Im großen Garten mit Blick auf das Meer erzählt uns unser Guide, dass viele Kubaner das Land über den Seeweg verlassen wollen. Die meisten werden geschnappt und kommen ins Gefängnis.

Wieder in der Kutsche, fahren wir durch die Straßen von La Habana Centro, mit alten Häusern und großen Plätzen. An einer Gasse fühlen wir uns nach Berlin ins Tacheles versetzt. Musiker, Maler und andere Schausteller zeigen ganztägig ihre Werke, leben in dieser Gasse und gestalten sie jeden Tag ein wenig neu. Ein Bewohner der Gasse führt uns herum und stellt uns alles vor. Jeden Sonntag gibt es hier Musik und wir werden freundlich eingeladen.

An einem anderen großen Platz machen wir ein Zwischenstopp und soweit wir verstehen können, will der Kutscher uns kubanische Zigarren zeigen. Erst nachdem wir in einer Privatwohnung stehen wird uns bewusst, dass es sich um eine private Verkaufsveranstaltung handelt. Uns werden allerhand Zigarren vorgeführt und angeboten. Da wir ja keine Zigarrenraucher sind, entscheiden wir uns für ein paar Souvenir-Zigarren und ziehen wieder von dannen.

Auf geht es zur letzten Station unserer Stadtrundfahrt, die Altstadt von Havanna – La Habana Vieja. Obwohl die Straßen und Gassen noch enger werden, nehmen die Anzahl der Stadtbewohner zu, die hier ihre Dienstleistungen anbieten. Wir stoppen vor der Bar Dos Hermanos und genießen hier den „besten“ Mojito der Stadt. In der Altstadt wollen wir verbleiben und sagen dies unserem Kutscher, der daraufhin gleich mal den vereinbarten Preis verdoppelt. Da Beate ganz schön sauer ist, macht sie ihm mehr als deutlich klar, dass das so überhaupt nicht geht. Chancenlos auf mehr Geld, verlässt er das Terrain und wir erkunden den Franziskusplatz, besuchen eine Ausstellung, wechseln Geld, trinken Kaffee und schlendern die Haupteinkaufsstraße Obispo entlang. Zurück geht es mit einem Cabrio. Uns verlockt es, die Zigarren rauszuholen und im Auto zu rauchen. Wir verschieben es lieber auf den Abend auf dem Dach und trinken dazu guten Havanna.

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