In FlipFlops um die Welt

Wir haben in FlipFlops die Städte erkundet, uns an gefährliche Abhänge getraut und sogar kleine Berge erklommen. Und nun das, ich habe mir in Buenos Aires den großen Zeh durch das Laufen entzündet. Leider kann ich nicht richtig auftreten und schon gar nicht gut laufen. Da wir ja Medikamente beihaben, wird sich das Problem sicherlich lösen lassen. So dachte ich jedenfalls, aber nein. Nach zwei Tagen ist der Zeh immer noch entzündet, rot und dick. Also muss ich doch zum Arzt. Zum Glück gibt es ganz in der Nähe das Hospital Alemán, mit der Hoffnung verbunden, dort einen deutschen Arzt anzutreffen. Aber schon bei der Ankunft erhalten wir auf die Frage „Habla usted alemán?“ die klare Aussage: „No!“. Das zieht sich durch bis zur Notaufnahme. Zum Glück helfen uns immer nette Einheimische bei der Klärung von Fragen. Nach 80 Euro weniger und einer Stunde Wartezeit kommen wir auch zum Arzt. Er erklärt mir zum Glück auf Englisch, dass es in ein paar Tagen weg ist und verschreibt mir Medikamente. Mit wiederum 20 Euro weniger in der Tasche fahren wir langsam heimwärts. Zum Glück also nichts schlimmes.

Leider bin ich dazu verdonnert ab sofort meinen Fuß zu schonen. Damit es uns nicht langweilig wird, versuchen wir den nächsten Park aufzusuchen. Mit einer Flasche Rotwein im Gepäck gehen wir in den noch recht vollen Park. Viele Kinder bewerfen sich mit Wasserbomben, Erwachsene essen und trinken und ein Nachbarschaftsteam spielt Volleyball. Bei einem Glas Wein planen wir die nächsten Tage, die ja nun mit wenig Wanderschaft verbunden sein müssen.

Da die Waschmaschine unseres Vermieters immer noch defekt ist, können wir ja unsere Wäsche im Waschsalon waschen. Die gibt es aber leider nicht. Die Lavanderias sind hier kleine Wäschereien, die sich in der gesamten Stadt an jeder Straßenecke befinden. Da fällt die Auswahl schwer, zumal die Preise unterschiedlich aufgebaut sind. Mal mit Weichspüler, mal ohne Bügeln usw. Nach kurzer Suche haben wir uns dann aber entschieden und geben unsere drei Wäschesäcke zu einem guten Preis ab. Am nächsten Tag haben wir nach über zwei Monaten duftende, weiche und flauschige Wäsche. Wie glücklich man über die kleinen Dinge des Lebens sein kann.

Am nächsten Tag wollen wir in die kubanische Botschaft. Im März wollen wir nach Kuba und dafür benötigen wir ein Visum. Der frühe Vogel fängt den Wurm, leider sind wir Vögel zu spät. Eine riesige Schlange erwartet uns am Eingang. Am Vorabend habe ich mir schon alle Sätze, die ich in der Botschaft erwarte, auf Spanisch aufgeschrieben. Wir haben ja dazu gelernt. Der Pförtner empfängt uns über eine Freisprechanlage und ich antworte „Nos gustaría aplicar para una visa de turista.“ – meines Erachtens im perfekten Spanisch. Leider antwortet der Pförtner, dass ich in Spanisch antworten solle, er versteht kein Englisch. Ich versuche es wieder und wieder, doch ohne Erfolg. Ich bin deprimiert. Spreche ich so schlecht Spanisch? Der Pförtner empfängt uns persönlich und zeigt uns den Weg. Da wir aber bisher keinen Rückflug gebucht haben, war der Auslug zur Botschaft umsonst. Mit dem Gefühl einen schmerzenden Zeh zu haben, kein Spanisch sprechen zu können und kein Visum erhalten zu haben, laufen wir geknickt zurück. Was waren das für Tage. Glücklicherweise tröstet mich Emelliano (einer unserer Mitbewohner) damit, dass mein Satz richtig und gut gesprochen war. Vielleicht war der Pförtner auch nur taub.

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