Es gibt viel zu tun im Dschungelcamp

Die Tage in unserem Dschungelcamp rasen nur so dahin. Während ich im Sofa versunken, auf der Veranda sitze und mich in Büchern über die hiesige Tier- und Pflanzenwelt schlau mache, klettert nur wenige Meter neben mir ein Brüllaffe durch den Baum. Um farbenprächtige Kolibris, riesige Schmetterlinge und bunte Tukane zu beobachten, brauchen wir das Haus auch nicht zu verlassen. Ihr Lebensraum grenzt direkt an unserem Schlafzimmer (hier ein Video aus dem Schlafzimmer heraus). Und doch zieht es uns immer wieder raus in die Farm und in den Wald. So hat es mich früh morgens zum Teich verschlagen, um nochmal einen Blick auf den Kaiman zu werfen. Nach kurzem Warten verrät er sich beim Fangen seines Frühstücks. Neugierig beäugt er mich, als ich näher komme. Lässt mich aber geduldig ein paar Fotos von ihm schießen.

Zusammen mit Ken und unserer neuen Nachbarin Julia, einer rüstigen Engländerin, wandern wir durch den Wald. Ken zeigt uns, wo die Boa von Zeit zu Zeit ihr Schläfchen macht. Sie haben ein inniges Verhältnis, seitdem die Riesenschlange nach und nach Kens Enten gefressen hat. Auch die Ziegen, die wir vor kurzem geholt haben, könnten auf ihrem Speiseplan landen. Adolfo, der Mitarbeiter von Ken, und Rasmus, der Volontär, bauen seit Tagen an dem Ziegenstall, um die drei neuen Farmbewohner vor gefräßigen Schlangen und hungrigen Großkatzen zu schützen. Nachdem selbst der Haushund dem Puma zum Opfer gefallen ist, weiß die Familie, dass die großen Jäger näher ans Gehöft kommen, als gedacht.

Die riesigen Bäume mit ihren großen Brettwurzeln sind beeindruckend. Dort, wo der Regenwald intakt ist, fällt auch bei strahlendem Sonnenschein kaum Licht auf den Waldboden. Wir kommen vorbei an kleinen Bananenfeldern und gehen bis zu einem der Camps, die Ken mit seinen Volontären gebaut hat. Ken gehört mit seiner Farm einem Zusammenschluss von insgesamt sieben Eigentümern an, die sich dem Schutz des Regenwaldes widmen. Zusammen haben sie 600 Hektar Land, das sie mit ihrer Organisation „Los Guardianes“ – die Wächter – vor Holzdieben, Wilderern und Landbesetzern schützen. Sie laufen Patrouille und halten die Polizei auf dem Laufenden, sofern irgendwas ungewöhnliches im Wald passiert.

Heute Abend gehen wir auf Nachtwanderung. Erst räumen wir das Camp ein wenig auf und reparieren, was Wetter und Tiere in den letzten Wochen zerstört haben. Danach machen wir es uns bei Lagerfeuer und Stockbrot gemütlich. Zurück geht es mit den Stirnlampen durch die dunkle Nacht.

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