Das Auf und Ab geht weiter

Zurück in unserem Zimmer in Tilcara bemerken wir, dass Christians Kreditkarte weg ist. Wir stellen unser Gepäck, das Zimmer und auch den Mietwagen auf den Kopf. Doch die Karte bleibt verschwunden. Das letzte Mal haben wir sie an der Tankstelle in Salta benutzt. Angespannt gehen wir ins Bett. Da es weder Internet noch ein Telefonnetz gibt, bleibt uns nichts weiter übrig, als bis zum nächsten Tag abzuwarten. Dann kommen wir auf dem Weg nach Tucumán wieder in Salta vorbei. Davor wollen wir uns aber noch den Sonnenaufgang am „Cerro de los Siete Colores“, den Berg der sieben Farben, ansehen. Also geht es morgens um fünf Uhr raus. Um halb sieben sind wir am Berg und treffen ein schwäbisches Paar. Der Zugang zum Berg ist verschlossen, die Sonne noch hinter den Bergen. Beim Plauschen vergeht die Zeit des Wartens. Gegen halb neun schafft es die Sonne über die Bergwipfel und auch der Eingang wird geöffnet. Also klettern wir auf den Hügel Los Poritos und sehen uns das Farbenspiel an.

Dann geht’s weiter nach Salta. So richtig können wir uns nicht vorstellen, dass wir die Kreditkarte an der Tankstelle wiederfinden. Aber Fragen kostet ja nix. Mit Kribbeln im Bauch gehen wir zu einem Tankwart. Nach kurzer Zeit sind es drei und als wir „si, si, klaro“ hören, schöpfen wir das erste Mal wieder Hoffnung. Im Handumdrehen wurde eine Art Briefkasten geöffnet und siehe da, unsere Karte tauchte wieder auf. Glücklich setzen wir unsere Reise fort und beschließen überschwänglich, nicht auf direktem Weg nach Tucumán zu fahren, sondern die schönere Strecke durch die Valles Calchaquíes über Cafayate zu wählen. Die Kilometer sind überschaubar, was wir jedoch nicht ahnen, ist, dass die Bergstraßen zwar atemberaubend sind aber auch ein Vielfaches an Zeit brauchen. Hinzu kommen die haarsträubende Fahrweise der Argentinier und dass Kühe, Esel und diverse andere Tiere besonders nach Kurven gern mitten auf der Straße stehen. Die Landschaft ist großartig und der Umweg lohnt sich auf jeden Fall. Doch statt um acht erreichen wir Tucumán erst um halb elf und irren dann noch eine ganze Stunde umher, bis uns unser neuer Gastgeber Joaquin aufgabelt und uns in unsere neue Bleibe führt. Hier grillen seine Schwester und ein paar Freunde und empfangen uns herzlich.

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2 Gedanken zu “Das Auf und Ab geht weiter”

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    • Beate