Corto Mechas

Da wir statt genehmigten 30 Tagen insgesamt 35 Tage auf Kuba verbringen wollen, müssen wir unser Visum verlängern. Wir haben eine Adresse ausfindig gemacht und gehen heute mal gucken, ob dort wirklich das Officina de Immigración ist. Eine lange Schlage vor der Behörde weist schon darauf hin, dass wir dort richtig sind. Wir beschließen, morgen früh unser Glück zu versuchen. Auf einem nahegelegenen Markt müssen wir uns erstmal mit Hamburguesas und Cervecas stärken. Beim Weiterschlendern entdecke ich eine Barberia – einen Herrenfriseur. Mit meinen geringen Spanischkenntnissen versuche ich, der Friseurin mein Wunschhaar zu erklären, meist mit dem Wort „corto“ – was so viel heißt wie kurz. Als ich den Mann neben mir sehe wird mir schlecht, da kurz hier offensichtlich abrasiert bedeutet. Vielleicht ahnt die Dame meine Befürchtungen und schneidet sehr vorsichtig und langsam, immer mit der Frage, ob es so gut sei. Am Ende finde ich das Ergebnis sehr gelungen und wir gehen freudestrahlend weiter.

Da die Mädels unbedingt Rumflaschen fotografieren wollen, entscheiden Frank und ich, ein kleines Restaurant zu besuchen. Wir verkosten das Fotoobjekt lieber. Das Restaurant gefällt uns und als die Mädels zurückkommen, beschließen wir, hier später essen zu gehen. Aber vorher geht es an den Malecón, der Strandstraße von Havanna. Dort schauen wir den Jugendlichen beim Fischen zu. So verdienen sie sich mit dem Fischverkauf ein wenig Geld nebenher. Vielleicht bezieht auch unser Restaurant seinen Fisch hierher. Wir genießen auf jeden Fall ein hervorragendes Essen. Es sieht nicht nur gut aus, sondern schmeckt auch sehr lecker. Mit vollem Bauch und einigen Mojitos albern wir ausgelassen umher. Auf dem Rückweg in unsere Casa kaufen wir auf dem Markt noch schnell Linsen ein. Morgen wollen wir Linsensuppe kochen. Den Abend lassen wir auf der Dachterrasse ausklingen. Es ist lauschig warm und die Sterne funkeln uns zu.

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