Chicago, welch sympathische Großstadt

Im schwül warmen Chicago angekommen, machen wir uns erstmal schlau, wo genau unsere neue Bleibe ist. Schnell stellen wir fest, dass das Haus unserer Vermieterin Afri im Süden der Stadt liegt, ganze 20 Kilometer vom Bahnhof entfernt. Mit Bus und Stadtbahn erreichen wir unser Ziel und kommen in Chatham an. Schon in der Bahn stellen wir fest, dass wir mittlerweile die einzigen Weißen sind und auch ein paar neugierige Blicke ernten. Ehrlich gesagt, sind wir zu müde, um uns da ernsthaft Gedanken darüber zu machen. Die letzten Meter vertrauen wir auf unser Navi, dass uns in eine Hinterstraße führt. Die s.g. Alleys sind Versorgungswege an der Hinterseite der Wohnhäuser, in denen die Mülltonnen schnell zugänglich für die Abfuhr bereit stehen. Nichtsdestotrotz wandern wir weiter verschwitzt und k.o. bis wir von einem älteren Herren angesprochen werden. Schnell ist eine ganze Gruppe von Menschen um uns herum. Es ist der Nachbar unserer Vermieterin, Afri und ein paar Freunde. Unter herzlicher Begrüßung fragen sie uns erstaunt, warum wir durch die Alley kommen. Auf den letzten paar Metern in unser kühles Zimmer, trichtert uns Afri ein, Alleys zukünftig zu meiden. Die Gestalten, denen man dort normalerweise begegnet, sollten wir lieber nicht treffen.

Frisch geduscht und ausgeschlafen starten wir am nächsten Morgen nach Downtown Chicago. Unsere erste Anlaufstelle ist die Touristinformation im Kaufhaus Macy’s. Beim Blättern in den Broschüren spricht uns eine ältere Dame an. Sie lebt in Chicago und ist dort, um ein paar Informationen für den Besuch, den sie erwartet, einzuholen. Sie gibt uns viele Tipps und erzählt uns ein bisschen von sich. Auch sie war mal Lehrerin, so sind schnell erste Gemeinsamkeiten gefunden. Da heute herrliches Wetter ist, zieht es uns als erstes in den riesigen Millennium Park und die angrenzenden Grünanlagen. In den Springbrunnen spielen die Kinder und wir schauen uns the bean an – ein metallenes Gebilde, in Form einer riesigen Bohne. Die Häuserschluchten mit ihren funkelnden Fassaden faszinieren uns. Am Abend genießen wir im Millennium Park eines der kostenlosen Konzerte, im Rahmen des Chicagoer Musikfestivals. Zu klassischen Klängen werden dazu auf einer riesigen Videowand Bilder eines National Geographic Fotografen gezeigt. Gebannt von den tollen Fotos und glücklich, einiger seiner Motive in den letzten Monaten selbst gesehen zu haben, beschließen wir unseren ersten Tag in Chicago.

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