An den Rand der Welt: Auf geht’s zum Grand Canyon

Dunkelblaue Wolken hängen tief übers Land. Als wir aussteigen, blitzt und donnert es. Vom Parkplatz erreichen wir mit wenigen Schritten die Felskante, von der aus wir 1.600 m tief auf den Colorado schauen können. Abgrund, so weit das Auge reicht. Wäre die Erde eine Scheibe, sähe so wohl ihr Rand aus.

Wir sind beeindruckt. Ehrlich gesagt, waren wir der Berge mittlerweile etwas überdrüssig. Und hatten die Sorge, dass wir nach all den fantastischen Gebirgslandschaften diesem Weltwunder nicht mehr gerecht werden können, weil zur Zeit einfach keine Berge mehr in den Kopf passen. Aber diese Sorge verfliegt beim ersten Blick auf das tiefe Tal.

Wir sind an den North Rim gefahren, da hier deutlich weniger Besucher unterwegs sind. Von unserem Campingplatz in Kanab fahren wir zum Point Imperial ganz im Osten des Nationalparks. Obwohl wir noch ein paar weitere Ziele heute anfahren wollen, können uns erst dicke Regentropfen überzeugen, weiterzufahren. Da Wolken und Sonne den Canyon immer wieder neu inszenieren.

Doch auch alle weiteren Aussichtspunkte bieten einen fantastischen Blick über die größte Schlucht der Welt. Überall ist es ein bisschen anders, bilden wir uns jedenfalls ein. Und machen mal wieder deutlich mehr Fotos, als wir uns vorgenommen hatten. (Während ich hier sitze und den Text schreibe, flucht Christian neben mir beim Bilder sortieren.)

Der Bright Angel Point ist die letzte Station des Tages. Passend zum Namen erwartet uns hier ein Regenbogen als wir aus dem Auto steigen. Über einen steilen, schmalen Weg wandern wir zu einem Felsvorsprung. Ich bin immer wieder erstaunt, wie wenig gesichert die Felskanten sind. Überall geht es steil hinab, ohne dass auch nur eine Kette oder gar Absperrung den Übermut der Touristen zu bremsen versucht. Wir machen es uns auf einem Felsen gemütlich und warten auf den Sonnenuntergang. Wieder macht uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Kalter Wind und Regen setzen ein, noch bevor die Sonne die Felsen in leuchtendes Rot färbt. Klitschnass und mit ganz neuen, wunderbaren Eindrücken fallen wir in die Sitze unseres Autos und treten zufrieden den Rückweg zu unserem Zeltplatz an.

 

 

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