Am Rande des Regenwaldes auf der One World Farm

Schon gestern Abend kam uns immer wieder nur ein Wort in den Sinn – Paradies. Wie oft haben wir diesen Begriff für die unterschiedlichen Orte unserer Reise schon verwandt? Wir wissen es nicht mehr. Aber fangen wir mal von vorn an: Ken, unser neuer Gastgeber kam vor 15 Jahren aus Deutschland nach Costa Rica. Im Gepäck hatte er die Vision, ein weitgehend autarkes Leben zu führen. Dazu kaufte er eine alte Farm am Rande des Regenwaldes und führt sie mit umfangreichen Renaturierungsmaßnahmen zurück zu einem intakten Regenwald.

Nach einem typisch costaricanischem Frühstück zeigt uns Ken seine Farm. Wo heute satte Bäume und eine Vielzahl bunt blühender Sträucher wachsen, traf er vor 15 Jahren auf Grasland, das von zu vielen Kühen überweidet war. Nach und nach siedelte er auf den 35 Hektar bodennahe Pflanzen, typischen Regenwaldbäumen, sowie Obstbäumen und Proteinpflanzen. Wir sehen das Resultat und sind verblüfft, wie schnell sich die Vegetation im Regenwald entwickelt. Nicht nur, dass um uns rum alles grün ist, wir hören und sehen auch viele Tiere. Neben Ken leben auf der Farm seine Frau Jury, seine drei Kinder – ein weiteres kommt in einem Monat -, Mitarbeiter Adolfo und Volontär Rasmus. Zusammen halten sie die Farm mit Schweinen, Hühnern und vielen Früchten und Gemüsepflanzen am Laufen.

Am Nachmittag machen wir uns auf eigene Faust auf den Weg. Wir erkunden die nähere Umgebung und entdecken Habichte, Tucane und Kapuzineraffen die im Wald randalieren (siehe Video). Am Abend füttern wir gemeinsam mit Ken die Wickelbärenin Isa, der eigentlich ausgebildet werden soll. Die ersten Versuche sind leider gescheitert. Der Dame fällt es schwer, sich in die Bärengruppe zu integrieren. Nun knabbert sie gesund und munter am Gummi unserer Kamera herum. Obwohl es schon dunkel ist, gehen wir noch zum Teich, um den Kaiman zu sehen. Nach kurzer Suche mit der Stirnlampe finden wir ihn ruhig am Ufer liegen. Er wartet darauf, dass das passende Abendessen vorbei kommt.

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