18 Jahre Haft auf Robben Island

Heute stand ein Besuch auf Robben Island an. Der Ort, an dem Nelson Mandela 18 Jahre (von insgesamt 27 Jahren) seines Lebens in Gefangenschaft verbracht hat. Mit einem Katamaran ging es innerhalb von 25 Minuten auf die Insel. Insgesamt vier dieser Boote legen gleichzeitig ab, somit herrscht ein großes Gedränge auf der Insel.

Hier ist alles gut organisiert, was leider wenig Platz für individuelle Unternehmungen lässt. Es geht auf eine einstündige Bustour über die Insel, mit einem hervorragenden Guide. Sie erklärt uns, wie die Insel über die Jahre genutzt wurde, ab wann es eine Gefängnisinsel wurde und warum es hier einen Lebrafriedhof gibt. Wir sehen auch den Steinbruch (Limestone Quarry), in dem u.a. Nelson Mandela täglich acht Stunden arbeiten musste. Der Kalkstein wurde mit einfachen Werkzeugen, ohne Schutzhandschuhe oder Schutzbrille behauen. Das sorgte dafür, dass die helle Oberfläche die noch hellere Afrikasonne reflektierte und somit die Augen verblendete. Einziger Schutz am Mittag, eine Höhle.

Aber auch andere Gefangene wurden unter unmenschlichen Umständen auf der Insel festgehalten. Robert Sobukwe wurde isoliert in einem kleinen Haus unter Hausarest gestellt. Er durfte mit niemanden reden und war abgeschirmt von allen anderen politischen Gefangenen.

Zum Schluss ging es in den Hochsicherheitstrakt, in dem auch Nelson Mandela inhaftiert war. Ein wenig erinnert es an das DDR-Gefängnis in Hohenschönhausen: kleine Zellen, Schweigen der Häftlinge und viel Drangsal durch die Wärter. Alles erklärt von einem ehemaligen Häftling.

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